Mein iPad als Schreibblock

Auf der Suche nach den richtigen Tools, den richtigen Apps, der schönsten Verpackung. Eine kurze Geschichte des Versuchs, das iPad optimal zu nutzen.

Als langjähriger und begeisterter iPhone-Nutzer habe ich gleich Anfang April 2010 zugeschlagen: Eine Woche nach Erscheinen des iPad in den USA durfte ich meine ersten Gehversuche mit dieser neuen und revolutionären Technologie machen.

Mein Unternehmen entwickelte bis dato u.a. auch mobile Anwendungen für das iPhone - am 20. April 2010 stand die erste prototypische Businessanwendung für das iPad, die wir dann auch gleich als Eyecatcher auf einer eHealth-Messe präsentieren konnten.

Seitdem habe ich mich sehr intensiv mit dem iPad, Anwendungsbereichen und Bedienunkonzepten beschäftigt. Einer der für mich wichtigen und interessanten Einsatzbereiche war das iPad als ständiger und einziger Begleiter im täglichen digitalen Leben. Dabei hatte ich verschiendene Ziele:

  1. Ein Gerät, das man überall mitnehmen kann
    Ja, aber... leider sind die Case-Hersteller noch nicht da, wo sie eigentlich sein sollten. Immer die gleichen Cases, mit denen man das iPad ergonomisch auf den Schreibtisch stellen kann oder auch hochkant als digitalen Bilderrahmen (wer macht das eigentlich?). Oder einfache Schutzhüllen aus Neopren - wie langweilig.
    Im Businessbereich gibt es aber mal eine Visitenkarte, vielleicht ein kleines Zettelchen oder ein gefaltetes A4-Blatt - nur: Wohin damit? Ein Berliner Case-Hersteller hatte da mal eine gute Idee, die leider im letzten Jahr aufgrund von Qualitätsproblemen nicht auf den Markt gekommen ist. Dieses soll aber in diesem Jahr nachgeholt werden. Ein Ledercase mit minimalem Stauraum und einer Halterung für einen Stylus Pen - das reicht vollkommen, der Stift wird nicht ständig als verloren gemeldet (...) und man hat nach einem ereignis- und gesprächsreichen Tag nicht die  Taschen voll mit Visitenkarten und sonstigen Informationen...
  2. Kein Laptop in Meetings und bei eintägigen Geschäftsreisen
    a) Internetzugang: Das ist eine einfache Übung: Mein (inzwischen zweites) iPad hat natürlich UMTS und damit wird der "always-on"-Traum (wenn es denn einer ist...) wahr.
    b) Mitschreiben: Meine Feinmotorik ist recht gut und ich komme mit der Bildschirmtastatur bestens zurecht. An dieser Stelle ist der Unterschied zum Mitschreiben mit dem Laptop nicht groß (ein bisschen langsamer, aber die Zeit muss dann eben sein).
    c) Präsentieren: VGA-Adapter gekauft und Erwartungen gehabt...hier bekleckert sich Apple nicht mit Ruhm: Nicht einmal der hauseigene interne Safari-Browser kann das Signal über den VGA-Adapter an ein externes Gerät übermitteln. Ich habe naiv gedacht, dass man einfach den Bildschirm synchronisiert und das, was ich auf dem iPad-Display sehe, auch gleich über den Beamer zu sehen ist - weit gefehlt...
    Hier kann ich für's Browsen iDemoWeb empfehlen (funktioniert wie man es erwartet - es gibt aber auch noch andere ähnliche Apps). GoodReader ist ja inzwischen schon ein Standard für alle Arten von Dokumenten und auch damit funktioniert alles so wie es soll.
    Ansonsten ist es natürlich schön, wenn man jederzeit an jedem Ort mal eben schnell und spontan Dinge auf dem iPad präsentieren kann - hat mir schon an vielen Stellen geholfen.
    Ein kurzes Statement aus Entwicklersicht: Ein Aufruf oder eine Schnittstelle, um einfach den iPad-Bildschirminhalt auf den VGA-Adapter auszugeben? Leider Fehlanzeige, da muss dann gebastelt werden - völlig unverständlich...
  3. Das iPad als Papierersatz
    Das war für mich eines der wichtigsten Ziele. Das Mitschreiben auf der Bildschirmtastatur hat mich allerdings nicht wirklich zufrieden gestellt. Abgesehen von der Tatsache, dass das Mittippen auf einem iPad (und auch auf einem Laptop!) in Besprechungen aus meiner Sicht ein bisschen "komisch" wirkt, kann man eben nicht auf die Schnelle etwas scribbeln oder quer schreiben. Werkzeuge wie Evernote (mein absoluter Favorit im Bereich der cloudbasierten Notiz-Apps) bieten leider (noch?) nicht die Möglichkeit, einfach so etwas auf den Bildschirm zu kritzeln.
    Mit meinen ersten Apptests im Bereich der digitalen Notizblöcke war schnell klar (das war es eigentlich schon vorher), dass das Schreiben mit dem Finger nicht wirklich gut funktioniert. Inzwischen gibt es aber schon einige Stifte, mit denen man auf dem iPad gute bis sehr gute Ergebnisse erzielt.
    Also ein bisschen recherchiert, den Just Mobile AluPen gekauft (sehr empfehlenswert), noch ein bisschen Geld für App-Tests ausgegeben und dann mit Noteshelf DIE Notizblock-App schlechthin gefunden: Gute Features, sehr gute Reaktions-/bzw. Erkennungszeit (wichtig, damit die Schrift nicht kruckelig aussieht), sehr übersichtlich, gut durchdacht und auch noch eine Synchronisation zu Evernote - was will man mehr (mir ist nicht viel mehr eingefallen)?

Nach einigen Tagen intensiven Testens und diversen Echteinsätzen bin ich meinem Ziel sehr viel näher gekommen und ich gehe davon aus, dass ich in Zukunft kein Papier mehr brauchen werde. Ob in Meetings, bei Telefonaten oder zum Aufschreiben bzw. Skizzieren von Ideen am Abend auf der Couch: Das iPad ist mein ständiger Begleiter und immer zur Hand. Blöd wird's, wenn der Stift mal nicht da ist (kann passieren wegen der Case-Problematik in Verbindung mit temporärer Amnesie...) - da muss dann doch der Finger herhalten...



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