E-Health - wie schnell darf's denn sein?

E-Health ist momentan eines der aktuellsten Themen im Gesundheitsbereich.

E-Health ist momentan eines der aktuellsten Themen im Gesundheitsbereich. Es umfasst viele Aspekte von der elektronischen Gesundheitskarte und Patientenakten bis zu telemedizinischen Anwendungen. Zahlreiche und vielseitigen Apps für Smartpads und Smartphones sind entstanden und werden zur Zeit entwickelt. Tatsache ist: das Thema ist wichtig und unumgänglich für die Zukunft unabhängig von der Art der Umsetzung.

Bislang kam ich in meinen Recherchen immer auf die gleiche Schlussfolgerung: "Die USA sind der Vorreiter in allen E-Health-Bereichen".  Diese Sprache spricht die Webpräsenz der Amerikaner und die Kommunikation nach außen. Doch nun lese ich: Laut U.S. House Speaker Newt Gingrich bewegt sich E-Health in den USA im Schneckentempo. Aber: Wenn sich die USA im Schneckentempo bewegen, wie soll man dann das Tempo in Deutschland nennen? Sind die USA wirklich schneller und flexibler bei der Einführung von IT-Innovationen oder  findet hier nur die klassische Täuschung des grüneren Rasens beim Nachbarn statt?

Die Erfahrung zeigt, dass in deutschen Krankenhäusern sehr viel Potenzial für Verbesserungen steckt. Es wird immer noch an vielen Stellen mit Papier gearbeitet, Patientenakten sind nicht zentral zugänglich und die Geschäftsprozesse laufen nicht optimal. Selbst Kliniken und Krankenhäuser, die den Schritt in Richtung E-Health wagen, kommen in ihren Projekten oftmals nur schleppend voran. Nach neuesten Studien ist Europa angeblich weltweit führend im E-Health Bereich http://www.ehealth-strategies.eu. Solche Feststellungen sind aus meiner Sicht viel zu allgemein und dienen eher politischen Zwecken. Europa besteht aus vielen Ländern, die sehr große Unterschiede in ihrem Entwicklungstand aufweisen.

Vielleicht werden wir in dieser technisch hoch dynamischen Zeit einfach übermütig und erwarten zu viele Veränderungen in zu kurzen Abschnitten? Selbst die Politik erhöht immer wieder den Druck auf die Gesundheitsbranche. Neueste Technologien für den Gesundheitsbereich sind an vielen Stellen überlebenswichtig, doch ich glaube, dass auch die besten Technologien nichts helfen, wenn die Ärzte nicht davon überzeugt sind und damit nicht umzugehen wissen. Vielleicht liegt es in der Natur der erfolgreichen Medizin, die Sachen zunächst reifen zu lassen. Ich sehe Technologien eher als ein abschließendes Glied einer langen Kette. Viele Kranken- und Pflege-Häuser können nicht klar die Wege ihrer Geschäftsprozesse definieren und benötigen allgemeine Beratung und Unterstützung im Changemanagement. Anderen haben klare Prozessabläufe, können jedoch das Optimierungspotential nicht erkennen. Ein weiterer Stolperstein ist der Mangel bei der Fort- und Weiterbildung des Personals. Auch die besten Technologien können sich nur dann in einem Unternehmen entfalten und durchsetzen, wenn das Personal diese versteht, annimmt und damit arbeiten lernt. E-Helath ist definitiv der Zukunftsmarkt im Gesundheitsbereich und wenn die Ärzte und das medizinische Personal noch ein Weilchen brauchen, sollten wir sie an der richtigen Stelle abholen und nicht mit Technologien überrumpeln. Die ruhige Fahrt bring einen eben meistens am weitesten.



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