Mobile Leichen im Keller

Stellen Sie sich vor, Sie sind angehender Immobilienmakler. Vielleicht trifft das ja sogar zu. Selbst wenn nicht, sollte es nicht schwer sein, sich in diese Lage hineinzuversetzen, da ich sicherlich nicht der einzige bin, der hin und wieder schlechten Schauspielern auf VOX dabei zusieht, wie sie noch schlechteren Kollegen Wohnungen und Häuser vermieten. 

Angenommen ein imaginärer Kunde in unserem kleinen Rollenspiel möchte gerne ein Haus kaufen. Viel mehr weiß besagte Person selbst noch nicht. Außer, dass es zweckmäßig für seine Familienplanung sein soll, welche z.B. eine schwangere Lebensabschnittsgefährtin, einen gemeinsamen Sohn und ihn umfassen könnte. Sie als ambitionierter Jungspund in der Branche machen sich also auf die Suche und finden ein Objekt, das von Größe und Lage den vagen Vorstellungen des Kunden entsprechen könnte und vereinbaren einen Termin. Die Hausbegehung anschließend verläuft gut. Der Keller ist der letzte Abschnitt des Hauses, der begangen wird und da geschieht es. Der Kunde, Herr Schmidt, kann es nicht fassen. EIN KELLER! Das Haus fand er sehr schön und den Umständen entsprechend sehr passend für ihn und seine kleine Familie, doch einen Keller hätte er niemals erwartet. Fast zu Tränen gerührt unterschreibt er den Kaufvertrag für sein robustes, fundiertes Haus.

Totaler Blödsinn, nicht wahr? Ein stinknormaler Keller soll Kunden vom Hocker hauen? Selbstverständlich nicht. Oder vielleicht doch? Sie werden sich fragen, wie ich auf solch ein absurdes Szenario komme und vor allem, was das mit der Branche zu tun hat, in der sich Besucher dieses Blogs bewegen. Vielleicht genügt als Antwort auf diese Frage bereits das Austauschen des Wortes Keller, mit dem Wort Fundament.

Die Arbeit an Lösungen für mobile Endgeräte hat mich hier diesen trivialen Sachverhalt erkennen lassen. Was für uns bei der Arbeit an und mit unserer Anwendungsinfrastruktur völlig normal und wichtig ist, scheint viele Kunden in diesem mobilen Zeitalter so sehr zu überraschen, dass ich mich entschloss darüber zu schreiben. Mobile Endgeräte, wie iPad, iPhone und Co., sollen und werden eine immer größere Rolle im Tagesgeschäft spielen. Daraus ergibt sich das Bestreben, bei dem Gebrauch dieser mobilen Technologien keine System- und Medienbrüche entstehen zu lassen. Es genügt hier keinesfalls, stur mobile Anwendungen zu entwickeln, wenn eine komplette Integration der mobilen Endgeräte in die jeweilige Infrastruktur nicht gewährleistet ist. Also muss ein Fundament aus Backend-Technologien existieren, das eine Eingliederung der neuen Technologien in die bestehende Prozessstruktur ermöglicht. Die mobilen Endgeräte sollen weder von der Infrastruktur eines Unternehmens, noch von den Mitarbeitern als Fremdkörper oder Mehraufwand wahrgenommen werden. Beides kann nur durch ein solides Fundament erreicht werden. Diese einfachen Regeln sollte man bei der Entwicklung von Lösungen immer im Kopf behalten, denn sonst wird aus hochgelobten Lösungen sehr schnell eine Leiche im Keller, wo ein Stützpfeiler hätte stehen sollen.

Haben Sie persönlich Erfahrung mit der Arbeit an Projekten mit mobilen Endgeräten? Vielleicht planen Sie ja ein eben solches oder wundern sich, weshalb Ihr Projekt nicht den gewünschten Effekt hat. Teilen Sie auch Ihre positiven Erfahrungen zu dem Thema in den Kommentaren!



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